Falscher Bus
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Falscher Bus

Amtsgericht (AG) München

Aktenzeichen 122 C 7088/15

Urteil vom 15.06.2015

Gemäß Entscheid des AGs München hat ein Busunternehmen nicht die Rechtspflicht, einen Kunden am Einsteigen in einen falschen Bus zu hindern. Somit hat das Busunternehmen auch nicht die aus dem Einsteigen in einem falschen Bus resultierenden Kosten zu tragen.

Ausgangsituation

Ein Ehepaar buchte im Internet bei einem Fernbusunternehmen eine Hin- und Rückreise per Bus von Hamburg nach Hagen. Auf Basis dieser Buchung wurde am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Hamburg ein Bus bestiegen. Hierbei wurden dem Busfahrer die Fahrkarten gezeigt. Beim Halt des Busses in Hannover stellte sich raus, dass das Ehepaar in einem falschen Bus, den Fernbus nach Frankfurt, eingestiegen war. Der Busfahrer weigerte sich, das Ehepaar auf Basis der vorhandenen Fahrkarten weiter zu befördern. Das Ehepaar musste somit den Bus verlassen. Das Ehepaar nahm dann den Zug von Hannover nach Hagen.

Die geplante Weiterfahrt von Hagen per Zug zum Zielort, konnte das Ehepaar wegen der späten Ankunft des Zuges nicht antreten. Das Ehepaar musste zum Zielort stattdessen mit einem Taxi weiterfahren.

Das Ehepaar verlangte daraufhin vom Fernbusunternehmen die Erstattung des Fahrpreises für den Fernbus sowie die Übernahme der Mehrkosten für die Bahnfahrt und für das Taxi. Dies lehnte das Fernbusunternehmen ab. Somit erhob das Ehepaar Klage beim AG München.

Urteil

Das AG vertrat die Auffassung, dass

  • das Ehepaar keinen Beförderungsvertrag für die von ihnen tatsächlich angetretene Fahrt nach Frankfurt abgeschlossen habe,
  • die tatsächlich gebuchte Fahrt nach Hagen planmäßig stattgefunden habe,
  • seitens des Fernbusunternehmens keine Rechtspflicht bestehe, jemanden am Einsteigen in einen falschen Fernbus zu hindern,
  • beim Einsteigen in den falschen Fernbus ein beachtliches eigenes Mitverschulden bestehe,
  • anders als bei einer Annullierung das Ehepaar daher keinen Ausgleichsanspruch wegen des bezahlten Beförderungsentgeltes habe,
  • auch die sonstigen Unkosten vom Fernbusunternehmen nicht zu ersetzen seien.
12.2015

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